Blue Flower

Der Fläming erstreckte sich als "Hoher Fläming" mit Erhebungen bis zu 201 m am Hagelberg bei Belzig mit einer Gesamtlänge von 100 km und einer Breite von ca. 40 km bis hin in unsere Gegend, dem "Niederen Fläming". Als flacher, sandiger unfruchtbarer Landrücken, zwischen Elbe und Schwarzer Elster einerseits und von Havel andererseits, überragt er die umliegende Landschaft um 60 - 80 m, erreicht er im Golmberg bei <a href=\"http://www.liessen.de/\" target=\"_blank\">Ließen</a> eine Höhe von 178 m. Entstanden vor ca. 100 000 Jahren aus Eiszeitgletschern, die die sich von Norden her in unsere Gegend verschoben, gehört er zu schwellenartigen Erhebungen der Lüneburger Heide, des Flämings und des Lausitzer Grenzwalles. Dabei wurden große Mengen Gletscherschutt und feines Verwitterungsmaterial als Endmoränen abgelagert.  Der gesamte Fläming setzt sich aus feinen Lehmen, Sanden, Kiesen und Geröllen bis zu großen Brocken zusammen. Der nur dünn besiedelte Fläming ist nach den aus Flandern stammenden Kolonisten benannt, die Wichmann, der Magdeburger Erzbischof nach 1150 zwischen Luckenwalde, Jüterbog und <a href=\"http://www.dahme.de/\" target=\"_blank\">Dahme</a> ansiedelte. Wahlsdorf, eines der ältesten Dörfer dieser waldreichen, aber wasserarmen Gegend, wurde 1229 als "Walistorp" erstmals erwähnt. Das linsenförmige Angerdorf gehörte bis 1680 zum Erzbistum, seitdem zu Brandenburg-Preußen. Bis 1815 war es Grenzgebiet zum Kurfürstentum Sachsen, dem die meisten Nachbardörfer angehörten. Anfangs ein freies Bauerndorf, kam es 1449 in adligen Besitz. Seitdem wechselte der Ort häufig den Besitzer, war auch mehrmals geteilt. Die von Schlieben und die von Hake hatten ihn am längsten in der Hand. In Wahlsdorf finden wir den größten Dorfteich des ehemaligen Kreises Luckenwalde. Zwischen 1900 und 1965 verlief an ihm die Kleinbahnstrecke Dahme - Luckenwalde vorbei. Das Gutshaus des ehemaligen Rittergutes, 1914/15 im ausgehenden Jugendstil erbaut, diente von 1949 bis 1993 als Zentralschule. Seitdem wird es durch den Qualifizierungsverein - Niederer Fläming e.V. - genutzt. Äußerlich aufwendig restauriert, ist es seit Frühjahr 2000 ein sehenswertes Schmuckstück im Dorfe. Die Kirche, ein Feldsteinbau aus der Mitte des 13. Jahrhunderts, wurde 1887/88 umfassend verändert und mit einem Backsteinturm versehen. Der ehemalige Geschichtslehrer Guenther Lademann sammelte dreissig Jahre lang Fakten zur Vergangenheit und Gegenwart des Dorfes. Seitdem er Rentner ist, veroeffentlicht er jaehrlich einige Hefte zu ausgewaehlten Themen wie Rittergut, Kirche, Dorfschule, Feuerwehr, Huefner- und Kossaetenhoefe u.a. Durch zahlreiche  Gespräche mit den Wahlsdorfer Einwohnern, Rentnerzusammenkünfte im Museum und Recherchen in den Archiven konnten den Mitgliedern des Heimatvereins und weiteren Interessierten bisher sechs Hefte in die Hand gegeben werden. Zwei weitere sind in Arbeit und ebenso viele geplant. Mit seiner Arbeitsgemeinschaft "Junge Historiker" baute der gleiche Lehrer 1970 ein Dorfmodell, in dem alle Gebäude im Maßstab 1:1000 aufgeführt sind. Das Ergebnis fand großen Anklang und ein Jahr später gesellte sich ein weiteres Modell hinzu, das Wahlsdorf im Jahre 1920 zeigt. Beide Arbeiten gegenübergestellt, demonstrieren in anschaulicher Weise die Entwicklung des Flämingdorfes vor und nach dem zweiten Weltkrieg. Die etwa zwanzig Arbeitsgänge bei der manuellen Verarbeitung von Flachs zu Leinen und die dazugehörigen von Dorfhandwerkern geschaffenen Geräte sind ebenso im Museum zu finden wie handgeschmiedete Klemmkucheneisen, eine wohlschmeckende Gebäckspezialität aus dem Fläming, und weitere bäuerliche Gegenstände aus Küche, Hof und Garten.